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„Chamäleon der Medizin“: Eine Zöliakie bleibt häufig unerkannt

pixabay - nandhukumar

Zöliakie ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, bei der der Körper auf bestimmte Getreidebestandteile überempfindlich reagiert, genauer gesagt auf das Klebereiweiß Gluten.

"Gluten ist in ganz vielen Getreidesorten enthalten, vorwiegend aber in Weizen, also in dem Getreide, welches wir als Mitteleuropäer vorwiegend zu uns nehmen und was in nahezu allen industriell gefertigten Lebensmitteln enthalten ist", sagt Prof. Dr. Albrecht Hoffmeister, Leitender Oberarzt der Interdisziplinären Endoskopie und Sonographie am UKL und wissenschaftlicher Leiter des Zöliakie-Seminars.

Die Zöliakie hat viele Gesichter

Prof. Albrecht Hoffmeister © Stefan Straube / UKLDie Anzeichen für eine Zöliakie können sehr vielfältig sein. Sie reichen von typischen Verdauungsproblemen wie Durchfall, Bauchschmerzen, Völlegefühl oder Blähungen bis hin zu Hormonstörungen, unerfülltem Kinderwunsch, Mangelversorgung und psychischen Symptomen. Die Diagnose wird umso schwerer, wenn gar nur eines der Symptome vorliegt. "Wenn ein Patient beispielsweise eine Depression hat, drängt sich nicht unmittelbar der Verdacht auf eine Lebensmittelunverträglichkeit auf", verdeutlicht Prof. Hoffmeister. "Die Zöliakie hat viele Gesichter. Das führt dazu, dass die Krankheit häufig nicht erkannt wird. In Fachkreisen wird sie deshalb auch gern als 'Clown der Medizin' oder Chamäleon bezeichnet", so der UKL-Experte.

Jeden kann es treffen

Folglich gebe es sehr viele Menschen die mit einer Zöliakie leben, ohne es zu wissen. "Es haben mehr Menschen Zöliakie als man denkt", sagt Hoffmeister "Man geht davon aus, dass bis zu ein Prozent der Bevölkerung an Zöliakie leidet - wobei die Krankheit prinzipiell jeden treffen kann, vom Kind bis zum Rentner." Bleibt die Krankheit unerkannt, kann dies zu einem erhöhten Tumorrisiko oder Mangelerscheinungen wie Osteoporose führen. Was genau eine Zöliakie verursacht, ist bislang nicht bekannt, jedoch weiß man, dass es eine genetische Veranlagung für diese Art der Glutenunverträglichkeit gibt. Hat man einen konkreten Verdacht, wird mittels Magenspiegelung eine Gewebeprobe aus dem Zwölffingerdarm entnommen. Ein Bluttest kann die Diagnose verfestigen.

Ein Leben lang glutenfrei

Steht die Diagnose fest, gibt es nur eine Therapiemöglichkeit: eine lebenslange glutenfreie Diät! "Eine Zöliakie ist nicht heilbar. Aber wenn man sich konsequent glutenfrei ernährt, gehen die Beschwerden in 99 Prozent der Fälle weg und man hat eine ganz normale Lebenserwartung wie jeder andere Mensch auch, " erklärt Prof. Albrecht Hoffmeister. Eine Ernährung ohne Gluten erfordert neben viel Disziplin auch viel Unterstützung und Wissen. Hier kann es sehr hilfreich sein, mit Selbsthilfegruppen in Kontakt zu treten, so Prof. Hoffmeister. "Die Zöliakie-Selbsthilfegruppen sind sehr aktiv, gut organisiert und vernetzt. Sie erstellen jährlich Bücher, die sämtliche auf dem deutschen Markt erhältlichen glutenfreien Lebensmittel auflisten, machen Kochkurse usw.. Das Wissen, mit der Krankheit nicht allein zu sein, von der Erfahrung anderer zu profitieren - all dies kann helfen, auch mit einer Zöliakie normal zu leben."

Quelle: http://www.uniklinikum-leipzig.de
Bild: Prof. Albrecht Hoffmeister Quelle: Stefan Straube / UKL


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